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Die Kunst von Graffiti...

...als Spiegel des Lebens

 

 

Mal ehrlich: Graffitis tanzen! Sie tanzen auf einem ganz scharfen Schwert zwischen Kunst und Kritzelei. Alle über einen Kamm scheren kann man schon lange nicht mehr, denn Graffiti ist so in die Gesellschaft und ihr öffentliches Bild getanzt, dass niemand drum herum kommt und wie überall gibt es auch in dieser Kunst Könner, solche die es werden wollen und Stümper, die das Maul der Vorurteile durch irgendwelche Schmierereien ständig füttern. Werfen wir einen Blick zurück, verbunden mit einem kleinen Blick in die Kunstgeschichte:

Es wird erzählt, dass es in den 70er Jahren in New York einen kleinen Botenjungen gab, der während seiner Gänge durch die Stadt überall sein Pseudonym TAKI183 an die Mauern und Wände schrieb. Wenig später veröffentlichte die New York Times einen Artikel über das Faible des Jungen. Die Nachahmer ließen selbstverständlich nicht lange auf sich warten - das "Tagging" war geboren und verbreitete sich zügig über die ganze Stadt. Anfangs reichten noch Marker und Filzstifte, doch schnell wurde die Sprühdose entdeckt. Verschiedene Stile und Techniken entwickelten sich und so wurden Grafftitis immer aufwendiger und zunehmend auffälliger. In den 80er Jahren schwabbte durch Filme wie "Beat Street" und "Style Wars" die Welle auch nach Europa und fand sofort eine reißende Anhängerschaft.

Graffiti stammt von dem italienischen Wort Grafito, was soviel wie "mit dem Griffel kratzen>" bedeutet. Jedoch beschreibt diese Übersetzung keinesfalls den genialen Charakter, den Graffitis besitzen können. Viele dieser Arbeiten sind wahre Kunstwerke, Bilder die an Echtheit und/oder Fantasie keine Grenzen kennen.

Einer dieser Anhänger wurde 1980 in Zwickau geboren und gehört mittlerweile zur Kategorie Könner. Die Rede ist von Frank Kunze aka casy. Durch seine ohnehin schon künstlerisch begabte Familie und speziell durch seinen Opa kam er schon als Kind mit der Malerei in Berührung und zeichnete bevorzugt Burgen, Landschaften und Schiffe. In der Schule traf casy auf Gleichgesinnte, die sich mit dem Thema Graffiti auseinandersetzten und er begann, Blockbuchstaben zu zeichnen, die mit der Zeit immer besser, kreativer und anspruchsvoller wurden. Anschließend zog er zu seinem Vater nach Hamburg. Dort lernte er schnell Leute kennen, die sich mit der Materie schon länger befassten und so erfolgten die ersten Versuche, Graffitis an die Wand zu produzieren. Casy entwickelte eine regelrechte Sucht zum Zeichnen, die ihn auch nachts nicht mehr schlafen ließ. In einer dieser schlaflosen Nächte wurde sein Streifzug vorzeitig durch die Polizei beendet. Das war ihm eine große Lehre und seitdem präsentiert er seine Bilder nur noch an legalen Wänden.

Hamburg zeigte ihm auch die anderen Seiten der Kunst, wie zum Beispiel Dekorationen, die auf aus Schwarzlicht basierenden Materialien basieren. Er produzierte nun auch Bilder auf selbstgebauten Leinwänden. Nach fünf Jahren Hamburg war es für ihn an der Zeit, seine Kunst neu zu ordnen und dafür zog er zurück nach Zwickau. Er versuchte neue Variationen für sich herauszufinden und probierte Graffitis mit Landschaften zu verbinden. Viele seiner Werke spiegeln persönliche Ereignisse und Situationen aus seinem Leben wieder. Was für andere der Soundtrack ihres Lebens ist, scheint für Frank Kunze seine persönliche Galerie zu werden. Er ist Graffiti - er lebt die Kunst. Er ist auch ebenso vielseitig wie sie: Egal ob mit Pinsel, Dose oder Airbrushpistole, egal ob Tempera-, Öl- oder Acrylfarben, seine Bilder sind anders. Besonders.

Wie die Kunst ist auch vor ihm nichts sicher. Seine Spuren hinterlässt er nicht nur auf Leinwänden und Mauern, sondern auch auf Klamotten, Autos, PC-Gehäusen uns sonst dergleichen. Präzise, mit dem Auge für das Detail, manchmal abstrakt, manchmal real - casy ist ein Künstler, dessen Talent wahnsinnig breit gefächert ist und der sich auch nicht in eine Schublade stecken lässt, sondern ganze Schreibtischkomplexe für sich in Anspruch nimmt. Die Art, wie er Themen, seien es Auftragsarbeiten oder eigene Ideen, künstlerisch aufarbeitet, zeugt von Genialität, Leidenschaft und enormem Potential. Solche Menschen braucht unser ab und zu graues Deutschland, denn sie schenken uns ein wenig Farbe im schnöden Alltag - so wie Graffitis. TW

Alle Informationen unter: www.art-of-casy.de - www.port01.com

 
Bahnhofsunterführung in Crimmtischau von Contraste e.V. farbenfroh gestaltet

Wenn Sprayen zur Kunst und Freude wird

von Jürgen Bilek

 

(Crimmitschau). Wer am vergangenen Wochenende in Crimmitschau die Unterführung zu den Bahnsteigen am Bahnhof benutzen wollte, sah sich mit kleinen Behinderungen konfrontiert. Jugendliche des Vereins Contraste e.V. hatten sich hier "breit gemacht". Mit rund 600 Spraydosen "bewaffnet" rückten sie den Wänden der Unterführung zu Leibe. Auf zirka 290 Quadratmetern verliehen sie der Unterführung ein neues und buntes Aussehen. Wilde Sprühereien verschwanden dabei unter ansprechenden Motiven, die jedes für sich kleine Kunsstwerke sind. Wenn sich auch nicht jeder der Nutzer der Bahnanlagen mit den Bildern der jungen Leute identifizieren kann, so sahen es doch fast alle Bahnhofbesucher als ausgesprochen sinnvoll an, dass sich hier angehende Künstler verwirklichen können.
Die Motive, die hier auf die Wände gesprüht wurden, entstanden teilweise ganz spontan oder wurden "von langer Hand" vorbereitet. Insgesamt neun junge Männer verwirklichen sich mit ihren Motiven in der Unterführung.
Nicht nur, dass die Deutsche Bahn AG die Aktivitäten der Sprayer duldetete, sie finanzierte auch die Farben, die für die Aktion gebraucht wurden und übernahm das Kunstwerk ganz offiziell am Montagmorgen.
Für die Jugendlichen ist Sprayen zu einem schönen Hobby geworden. Von Martin Scholz, dem Initiator dieser Aktion, war zu erfahren, dass er und seine Freunde sich von wilden Sprühereien distanzieren. Inzwischen haben sie auch schon sehr viele Anfragen für ganz legale Aktionen. Immer mehr Firmen und Einrichtungen interessieren sich für diese ganz individuellen Farbgestaltungen, die jede für sich ein Unikat darstellt, auch wenn einige Motive dabei immer wieder erscheinen.

Frank Kunze, Martin Scholz und Paul-Christian List (stehend von links)
sowie Frank Seltmann (links kauernd) und Martin Grunewald trafen wir am Sonnabend bei ihrer Sprayaktion in der Bahnhofunterführung Crimmitschau. Insgesamt neun Sprayer waren hier aktiv und gaben dem Bauwerk seine ganz eigene Note.
Foto: J. Bilek

30 junge Sprayer leisten ihren Beitrag zur Verschönerung des Zwickauer Stadtbildes

Sternenstraße "sieht" bunt

 

 

Zwickau. (gö) Aus grau mach bunt hieß es gestern entlang der Sternenstraße in Eckersbach. Dafür sorgten knapp dreißig junge Leute, die den trostlos anmutenden Wänden der Garagen ein neues auffälliges Äußeres verpassten. Nun sind die Sprayer, wie sie sich selber nennen, in der Stadt nicht immer willkommen. Doch hier lag der Fall anders. Sowohl die Stadt Zwickau als auch die Eigentümer der Garagen selber unterstützen das von Petra Küster und Alexander Lis initiierte Projekt. So fanden sich am späten Nachmittag einige bereitwillige Anwohner, die extra für die jungen Leute grillten. Oberbürgermeister Dietmar Vettermann meinte zu den Graffitis:"So wie die Fassaden vor dem Projekt aussahen, hätte es sowieso nicht schlimmer kommen können." Er zeigte sich bei einer Stippvisite von der Leistung der talentierten Sprayer beeindruckt. Mit großem Einsatz trugen sie so zur Verschönerung der Stadt bei.

Eine Gruppe der Sprayer steht vor Konrad Zwahrs Werk. Sie verpassten den Garagen in der Sternenstraße ein neues Outfit und leisteten damit ihren Beitrag zur Verschönerung der Stadt.
Foto: Jan Görner

2. Garagen mit Graffiti verziert

Eckersbach: 30 Sprayer bringen Farbe ins Wohngebiet

von Christian Wobst

Verkehrte Welt und ungläubige Blicke an der Sternenstraße. Was lange Zeit verboten war, ist plötzlich erlaubt: 30 Graffitikünstler besprühen bei herrlichem Sonnenschein die Garagenwände, viele schauen zu und keiner schreitet ein. Die Besitzer der Garagen bezahlen sogar indirekt die Dosen der jungen Leute.
Helmut Seidel, Vorstandsvorsitzender der "Garagengemeinschaft Sternenstraße 2" kann nur selten einen Blick auf die Arbeiten werfen. Gemeinsam mit dem Schatzmeister Kurt Schmidt steht er etwas abseits und passt auf, dass die Roster auf dem Grill nicht anbrennen. "Ich habe zu den Sprühern gesagt: Wenn ihr hier anfangt, dann gebe ich eine Roster aus", so Helmut Seidel. Kein Wort mehr über "Schmierfinken", die mit ihren nächtlichen Aktionen den Komplex verunstalteten. Denn Garagengemeinschaft und Sprayer ziehen ab sofort an einem Strang.
Möglich gemacht hatte diese ungewöhnliche Zusammenarbeit Petra Küster vom Christlichen Verein junger Menschen. Seit Jahren engagiert sich die 39-Jährige damit, dass es für Dosenkünstler genügend legale Flächen in der Stadt gibt und niemand heimlich auf Abwegen sprühen muss. Bereits im August konnte die Sozialarbeiterin mit "ihren" Sprayer an der Mulde eine "Hall of Fame" in Besitz nehmen. An einer so genannten "Halle des Ruhmes" verewigen sich die Sprayer mit ihren Werken. Ein ungeschriebenes Gesetz der Szene besagt, dass nur diejenigen über die bunten Bildchen drüber sprühen dürfen, die glauben, es besser zu können als ihre Vorgänger. Genau dieses "Gesetz" hat letztlich auch Helmut Seidel bewegt, rund 250 Quadratmeter Wand für die Aktion freizugeben. "Wir haben vor 26 Jahren angefangen, hier zu bauen. Nach der Wende gingen plötzlich die wilden Schmierereien los", so der Vorstandsvorsitzende. Ihm ginge es nicht darum, das Sprühen an sich zu verbieten, lediglich die wilden Schmierereien sind ihm ein Dorn im Auge. Petra Küster und ihre Truppe stehen für Qualität - das hat sich in der Stadt bereits rumgesprochen. Das Ordnungsamt lässt derzeit 22 Stromverteilerkästen in fast allen Stadtteilen von den jungen Leuten umgestalten. Der Vertrag zwischen Sprayern und Garagengemeinschaft läuft bis Ende 2004. Für Petra Küster ist schon das allein ein Grund, mit der Sonne um die Wette zu strahlen:"Ich finde die Aktion genial. Wir waren auf die Wände ja schon vor zwei Jahren scharf, jetzt haben sir sie endlich bekommen." Vor zwei Jahren hatten sich die Garagenbesitzer noch gesperrt. 30 junge Künstler zauberten am Sonnabend die ersten bunten Bildchen an die Wand. Einer von ihnen ist Alexander Lis. Für den 18-Jährigen geht damit ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. "Ich finde es hervorragend, denn ich wohne nur 50 Meter von hier entfernt", sagt der junge Mann, der sich in der Szene unter dem Namen "Wok" einen Namen gemacht hat. Und er fügt hinzu:"Die Hall of Fame ist auch eine kulturelle Erweiterung, denn es bringt ein bisschen Farbe in den Alltag." Der "ganz nette Bengel" (Helmut Seidel) setzte sich ganz besonders für die "Ruhmeswand" ein. Auch seine Unterschrift ziert den Vertrag. Und deshalb darf er einen Satz sagen, der im Namen aller beteiligten Sprayer die Bedeutung dieser Aktion auf den Punkt bringt:"Für uns ist dieser Tag ein elementares Erlebnis."

Daniel Müller und Claudia Pfüller waren am Sonnabend zwei von den Sprayern, die aus der grauen Garagenwand an der Sternenstraße ein farbiges Kunstwerk machten.

Intertrab feiert den Start in die neue Saison

Zweitakter werden munter

von Frank Dörfelt

 

Zwickau. Trabistimmung pur herrschte am Sonntag auf dem Gelände der DEKRA-Akademie in Zwickau. Um den Start in die neue Saison gebührend zu feiern, hatte der Verein Intertrab e.V. Freunde des Volkswagens des Ostens zum "Frühlingserwachen der Zweitakter" eingeladen. Nach der offiziellen Begrüßung im Automobilmuseum "August Horch" durch Bürgermeisterin Pia Findeiß, die in ihrer Rede eine Brücke zwischen der 100-jährigen Geschichte des Automobilbaus an der Mulde und der Zukunft des Museums schlug, lud Wilfried Sonntag zu einer Führung durch die Ausstellung ein.
Eingeladen waren auch die Teilnehmer der 4. Trabant-Rallye, die vom 14. bis 20. Juni durch Sachsen, Thüringen und Tschechien führen wird. Gerd Mädler von der veranstaltenden WVD-Mediengruppe und Wolfgang Kießling vom AvD begrüßten die Trabantpiloten. Die insgesamt 50 Teams mit je zwei Fahrern aus dem gesamten Bundesgebiet sowie der Schweiz und Tshechien bekamen ihre Startnummern zugelost und erhielten organisatorische Infos zum Streckenverlauf, den Wertungsrichtlinien sowie andere wichtige Tipps.
Im Rahmenprogramm zeigte der "Filmclub Alter Sachsenring" als eine Art Weltpremiere eine Dokumentation über das Trabantwerk auf alten 32-Millimeterfilmen. Eigens dazu hatte die DEKRA einen ihrer Räume in einen Kinosaal verwandelt. Auf dem Freigelände ließ der Verein Kontraste e.V. ein riesiges Trabi-Graffiti entstehen und zwar auf 35 Trabidächern. Außerdem präsentierte sich das Technische Hilfswerk THW mit einer Leistungsschau und das SOS-Kinderdorf stellte seinen eigenen Trabi vor. Beliebt wie immer: Ersatzteilverkauf für Trabis. Der Chef des Organisationsbüros Edgar Haschke zeigte sich nach der Veranstltung mit dem Erfolg zufrieden.

Frank Kunze nennt sich lieber casy. Graffiti vom Feinsten produzierten am Sonntag die Mitglieder vom Verein Kontraste e.V.: Motive zum Thema Trabi auf Trabidächern waren sehr gefragt.

Foto: Theo Stiegler

Mariannes Galerie- Tipp

In der Villa Limburg, Raschwitzer Straße 15b, etwas versteckt an der Mühlpleiße gelegen, ist die Art-Graffiti-Ausstellung "Frank Kunze- Impressionen, Surrealismus, Visionen" zu sehen. Kunze schuf die Werke mittels Airbrush, Spraydose, Öl- und Acrylefarben.

 

Anlass für die Schau war die Einweihung des Ingenierbüros Morgenstern in dem Gebäute, das der Bankier Paul Bernhard Limburg 1890/91 im Stil englischer Landhausarchitektur errichten ließ. Die Sanierung der gesamten Villa durch das Ingenieurbüro Morgenstern soll Ende 2009 abgeschlossen sein.

Die Bilder sind noch bis zum 30. September zu sehen.

FOTO/TEXT: stars

Kunstausstellung in den Gewerberäumen am Altmarkt 2

Der Kirchberger Immmobiliendinst Anja Roocke präsentiert in den Gewerberäumen am Altmarkt 2 eine Kunstausstellung, Thema: Neues aus der www.MONSTERFABRIK.com. Daniela Schwarz und Frank Kunze stellen ihre kleinen und großen Monster- Kunstwerke im Gewölbekeller aus. Keine Angst: Diese Ausstellung ist auch für Kinder geeignet.

Quelle: Kirchberger

Monster geistern durchs Gewölbe

von Hanz-Peter Kuppe

 

 

Kirchber. Sie haben ewas von Gizmo, dem liebenswerten Fabelwesen aus Steven Spielbergs Kino-Hit "Cremlins". Die kleinen Monster der Kirchbergerin Daniela Schwarz sind aus Fell, Plüsch, Wolle, Draht und Stoff. Und sie haben blitzende Augen. Diesen schelmischen Blick verpasst ihnen Frank Kunze mit Pinsel und Farbe. Er selbst bringt die lustigen Monster als Malerei, in Airbrush-Technik oder mit Sprühdose auf Leinwand oder Pappe. Im Zwickauer Fußgängertunnel zieht auch ein Graffiti seit ein paar Tagen die Blicke der Passanten an. "Monsterfabrik" nennen Daniela Schwarz und Frank Kunze ihr Projekt, vor dem sich auch Kinder nicht fürchten müssen. Die Zottelwesen- jedes ein hangearbeites Unikat- und ihre Abbilder geistern am Sonnabend durchs Gewölbe am Kirchberger Altmarkt 2. Anlass der kleinen Ausstellung ist das 16. Kirchberger Altstadtfest, das am Sonnabend im und ums Rathaus herum von 13-19Uhr über die Bühne geht. Kunze, der zurzeit in Leipzig auch die Ausstellung " Art-of-Casy" am Laufen hat, nimmt sich für Sonnabend Zeit: " Ich lasse mir von Besuchern über die Schulter schauen. Vielleicht greife ich zur Sprühdose oder mache was mit Pinsel und Farbe."

Monster- Alarm

Zwei Künstler haben mit ihrer Idee einen neuen Trend geschaffen.

 

 

In Zwickau sind die Monster los. Seit April sind Daniela Schwarz und Frank Kunze auf der Suche nach neuen Ideen für ihr Projekt „Monsterfabrik“. Mittlerweile kann man über die Internetseite neben Plüschtieren auch Schlüsselanhänger, Taschen, Shirts, Caps, Kisten, Tonfiguren und Leinwände bestellen.

Durch die Mischung aus Malerei und kreativem Gestalten lassen die Inhaber wundervolle Unikate entstehen- nicht nur zum Ansehen, sondern auch zum Anfassen. Die in mühevoller Handarbeit gefertigten Werke sind einzigartige Kunstwerke.

Kennen gelernt haben sich die beide Kreativköpfe erst Anfang des Jahres. „Daniela hat super Ideen, wir haben uns gleich gut verstanden“, sagte Kunze. Der Zwickauer kümmert sich im Unternehmen großtenteils um die Gestaltung der Leinwände. Schließlich ist er auf diesem Gebiet auch der Fachmann. Seit vielen Jahren schon verewigt sich Kunze als selbstständiger Künstler durch sein Projekt „art of casy“ mit seinen Werken in der Stadt. Erst kürzlich hat er mit seinem Team die Unterführung bei der Zentralhaltestelle neu gestaltet. Natürlich haben auch da wieder reichlich Monster ihren Platz gefunden. Warum sich das Team allerdings dazu entschlossen hat alle Ideen um die witzigen
Kreaturen kreisen zu lassen, kann auch Frank Kunze nicht erklären. „Das war einfach eine spontane Idee, die uns gleich gut gefallen hat“. Während der Künstler sein Hobby komplett zu seinem Beruf gemacht hat, baut Daniela Schwarz eigentlich Küchen und Lampen. In ihrer Freizeit hat aber auch sie schon immer ihre Ideen kunstvoll umgesetzt. Der große Renner der letzten Tage waren übrigens besonders die selbst entworfenen und genähten Taschen – natürlich mit Monstern. Was sonst?!

Mit Farbe und Respekt

Von Joshena Diessenbacher/ www.augsburger-allgemeine.de

 

 

Graffiti Sprayer kamen am Wochenende von weit her nach Augsburg, um beim Projekt Schwabenwand dabei zu sein. Darunter Daniel Tröster, Simon Pustlauk, Frank Kunze (hinten v. l.) und Ronny Gruner. Foto: Michael Hochgemuth

In der Luft liegt eine Mischung aus Bratwürstchenduft und Lösungsmittelgeruch. Die Sonne scheint, ein paar Kinder springen herum, vereinzelt sitzen Grüppchen auf Bierbänken. Die Graffiti-Jam-Session hat den Charakter eines kleinen Festivals.

Sprayer aus Berlin, Zwickau, Nürnberg, Regensburg, München und sogar Linz sind der Einladung nach Augsburg gefolgt. Insgesamt besprühen etwa 40 Männer und zwei Frauen die frisch gestrichenen Wände der „Hall of Fame“ in der Haunstetterstraße, Ecke Rumplerstraße. Nosher, so der Künstlername, ist aus Linz angereist. „Ich fahre öfter zu solchen Veranstaltungen, aber nicht bei allen gibt es so eine freundschaftliche Atmosphäre wie hier“, sagt der 25-jährige Student anerkennend.

Nicht selten, so erzählt ein Augsburger Sprayer mit dem Künstlernamen Kuse, gäbe es nämlich auch Ärger zwischen den Malern. Wenn einer dem anderen ins Bild malt zum Beispiel. Oder auch einfach nur Konkurrenzdenken. Am Schlimmsten aber sei es, wenn man ein Graffiti übermalt, obwohl man es nicht besser kann. „Respekt ist ganz wichtig in unserer Szene“, erklärt Kuse. Ein Graffiti übermalt nur, wer weiß, dass er es überbieten kann.

Das schlägt sich nicht zuletzt auch in der Flächenverteilung an diesem Wochenende nieder: Auf der „King Line“, der Wand der Unterführung, die am Tageslicht ist, dürfen nur die erfahrenen und besten Maler ihr Werk vollbringen. Dort stehen sie mit Schutzmasken auf Leitern und feilen nach sechs Stunden Arbeit noch an Einzelheiten. Einer von ihnen ist Robert aus Augsburg. Er pflegt einen eher fotorealistischen Stil, wie er sagt. Und er sprayt seit 14 Jahren. Seinen Gorilla vergleicht er ganz genau mit dem Foto, damit auch jeder Farbstrich richtig sitzt. Der 32-jährige Kommunikationsdesigner hat die Komposition des Graffitis Tage vorher mit seinem Malerkollegen besprochen und skizziert. „Graffiti ist mehr oder weniger mein Leben“, sagt er. Denn er sprayt nicht nur privat, sondern auch beruflich, wenn er Auftragsarbeiten anfertigt.

Eines aber ist klar: „Man malt entweder für sich, oder für die Szene“, sagt Kuse. Denn schon morgen könnte das Werk wieder übersprüht sein. Dann bleibt nur ein Foto als Erinnerung. Die Sprayer fotografieren deshalb immer ihre eigenen sowie die Bilder der anderen, um auch danach noch stolz sein zu können.

 
 

 

 

 

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